auf Abwegen

Meine Zeit in Uganda

07Juni
2014

Überlegungen, Fakten & Fragen

Sollt ich mir Gedanken machen, wenn mein Boda-Fahrer nach dem Tanken noch schnell ein tiefen Zug Benzindaempfe einatmet?

Falls man in Uganda von jemandem ins Gesicht gesagt bekommt: „Oh, you have grown really fat“ – „Du bist wirklich fett geworden“, nicht überrascht sein. Hierzulande gilt diese Aussage als wertschätzendes Kompliment und kann schon mal mit einem „Danke“ beantwortet werden.

In Uganda ticken die Uhren anders: Traditionelle Ugander beurteilen die Uhrzeit anhand von Tag und Nacht, da die Sonne um den Äquator stets zur selben Zeit auf und unter geht. D. h. wenn um 7 Uhr in der Früh die Sonne aufgeht, dann handelt es sich um Stunde 1. Morgens um 4 Uhr bedeutet also demnach 10 Uhr morgens, was schon mal zu ärgerlichen Missverständnissen führen kann.

Wenn man auf zwei ugandische Männer, die händchenhaltend durchs Dorf spazieren, hat dies keinerlei weitreichende Gründe, es ist schlicht ein Zeichen von Freundschaft. Homosexualität gilt weitestgehend weiterhin als absolutes gesellschaftliches Tabu und ist sogar strafbar.

Selbst mit besten Luganda-Kenntnissen kommt man kaum über Zentraluganda hinaus: Im ganzen Land gibt es ungefähr 40 verschiedene Volksgruppen und mehr als 30 verschiedene Sprachen. Offizielle Amtssprachen sind Englisch und Swahili.

Steht eine Beerdigung an, ist es üblich, dass sich Frauen und Männer komplett die Haare abrasieren. Zu einer Beerdigung kommt üblicher Weise jeder, sei es der Sohn oder der Lehrer der Tochter des Bruders des Verstorbenen. Auch ganz wichtig: Niemand wird eingeladen, es ist selbstverständlich teilzunehmen. Wer nicht kommt, dem wird schon mal vorgehalten, er sei am Tod desjenigen schuld.

Steht ein Gast in der Tür, ist es üblich ihm sofort einen Sitzplatz anzubieten und ihn anschließend je nach Tageszeit mit Tee, Keksen oder einer warmen Mahlzeit zu versorgen. Nur Wasser wird nicht angeboten – danach muss der Besucher selbst fragen.

Bleibt ein Gast zum Essen, ist es traditionell höflich, ihm solange weiter Essen aufzutun, bis er satt ist. Dabei ist es nützlich zu wissen, dass die Gastgeber davon ausgehen: Wenn der Teller vollkommen leer ist, dann hat der Gast also noch Hunger. Deshalb immer schön ein Stückchen auf dem Teller liegen lassen…

12Mai
2014

Hallo Deutschland. Lang, lang ist's her.

Langsam wird es zu einer schlechten Angewohnheit von mir diesen Blog ein wenig zu vernachlässigen. Heute ist einer der Tage, an denen ich mich mal zusammenreißen konnte. Was habe ich also seit dem letzten Eintrag gemacht?
Anfang des Jahres wurde Britta (eine neue Volontärin) von mir eingelernt und bleibt nun auch hier in der Klinik.  In Letzter Zeit habe ich viel bei der Arbeit erlebt… Britta und ich
im Februar wurde ich hauptsächlich im Labor eingesetzt. Dort hat unser Laborant Robert mir dann beigebracht wie ich die Patienten auf HIV, Malaria, Schwangerschaft etc. teste, wie ich weinende Kinder auf Luganda beruhige und zu guter Letzt sogar, wie ich schön in der Sonne vorm Labor rum sitzen kann, weil mal wieder nichts zu tun ist. Nach dieser schönen Zeit kam Jörg, ein deutscher Chirurg zu uns. Das hieß dann für mich: Ab in den Op. Das war für mich auch total spannend. Leider ist Jörg nun wieder zuhause und bei uns werden nun nur noch recht kleine Eingriffe gemacht. Ich wechsle meist zwischen Labor, treatment room und Rezeption hin und her. Außerdem genieße ich die Gesellschaft meiner Mitarbeiter. Da ich nun so unglaublich viele Überstunden gemacht habe und eh noch Urlaubstage habe, könnte ich mir nun theoretisch jede Woche 2 Tage frei nehmen. Habe im April auch gleich mal angefangen mit insgesamt 8 freien Tagen, so lässt sich das Leben in Uganda nun wirklich genießen.

Ich habe meine unglaublich vielen Urlaubstage im April natürlich gleich ausgenutzt um mit ein paar Freunden eine kleine Tour zum Mount Elgon zumachen. Leider hat das Auto ein paar Probleme gemacht (Schon auf der Hinfahrt ist ein Hinterreifen geplatzt…)    Aber trotzdem hatten wir eine super schöne Zeit. Schon zum Frühstück wurde uns jeden morgen eine dicke Portion Matoke vorgesetzt. Wie es in Uganda üblich ist.
„You were lost.“ – Mit dieser Aussage wurde ich nach diesem Trip in der Clinic begrüßt, mehrmals, ob ich nun wollte oder nicht. Und das ist durchaus verständlich, war ich doch tatsächlich für die komplette Woche „lost“ – verloren, verschollen, unauffindbar. Jedenfalls aus Sicht meiner Freunde und Mitarbeiter. Ebenso treffend beschreibt dieser Ausruf meine derzeitige schriftliche Präsenz in diesem Blog. Seit mehr als 2 Monaten schon bin ich scheinbar von der Bildfläche, bzw. dem Bildschirm verschwunden. Höchste Zeit für ein Lebenszeichen. Nun denn. Ab jetzt bin ich nämlich nicht mehr verschollen, sondern wurde wieder gefunden, wie einer meiner Kollegen so schön feststellte: „You were lost, but now you are found.“ Dasselbe gilt hoffentlich für meine Berichterstattung.

Viele Liebe Grüße

15Februar
2014

Deutschland vs. Uganda

Was, schon 6 Monate? Diese Frage bekomme ich in den letzten Tagen öfter gestellt, wenn ich erzähle, wie lange ich schon hier bin. Und ich kann es selbst kaum glauben. Wo ist die Zeit hin? Wie so oft, sitze ich mal wieder bei angenehmen 25 Grad im Schatten einer Bananenstaude vorm Haus und genieße dieses wunderbare Sommerwetter. Dann schaue ich auf meinen Kalender und lese: Februar. Nein, denke ich kopfschüttelnd, für mich ist immer noch Anfang September, immer noch Sommer… Aber trotzdem sich mein Verstand dagegen sträubt, die Vergänglichkeit meines Aufenthalts in Uganda zu akzeptieren, wird es nun Zeit für ein kleines Resümee. Gleichzeitig denke ich auch viel über die restliche Zeit nach: Würde ich gerne länger bleiben? Oder überwiegt letztendlich der Wunsch nach der Heimkehr? Fragen über Fragen… Es ist quasi wie die Halbzeitpause eines packenden Handballspiels, eines Spiels zwischen Uganda und Deutschland. Kommen wir nun also zur Analyse der ersten Hälfte:

Zu Beginn des Abenteuers Uganda, legte die Perle Afrikas, wie einst Winston Churchill das Land bezeichnete, stark vor: Alles war aufregend,  neu, anders. Eine Reise in ein aufregendes Land voller neuer Menschen, die in einer komplett anderen Kultur leben. Als hellhäutiger Besucher bekam man stets die volle Aufmerksamkeit, wurde ununterbrochen beachtet, versorgt und umringt. Auch viele Privilegien deuteten sich schnell an, nicht zuletzt weil man bei der Ankunft hier plötzlich zu den „Reichen“ gehörte…

Anschließend, nach zwei bis drei Monaten, kehrte dann langsam ein bisschen Ruhe ein. Ich lernte das Land, die Leute und viele alltägliche Dinge kennen. Mittlerweile war die anfangs so überdurchschnittlich hohe Euphorie auf ein Normalniveau herabgesunken und es kehrte schon bald der Alltag ein. Deutschland legte im Duell mit Uganda nach: Es entwickelten sich erste Gedanken an die ferne Heimat, an Freunde und Familie. Auch der monatelange Verzicht auf einst so selbstverständliche Dinge, wie Autofahren und Strom ohne Unterbrechung, machten sich bemerkbar, die Sehnsucht nach einer warmen Dusche verstärkte sich.

Stattdessen kam die kalte Dusche: der Kulturschock. Ich fiel in ein kleines Gefühlsloch, aus dem ich mich jedoch schnell wieder selbst befreien konnte. Seitdem ging es gefühlsmäßig wieder deutlich aufwärts, mittlerweile denke ich: Ja, jetzt bin ich richtig angekommen und eingelebt!

Solange ich jetzt über die Vor- und Nachteile des letzten halben Jahres auch grübele, ich komme einfach nicht zu einem eindeutigen Ergebnis. Für Deutschland spricht eindeutig das vielfältige Essen, das ich hier in Uganda doch sehr zu vermissen lerne. Und nicht zuletzt die Familie und die guten Freunde bekäme man doch gerne mal wieder zu Gesicht. Uganda jedoch hält stark dagegen. Nicht nur das kalte deutsche Wetter, kann nicht mit dem ugandischen Klima mithalten, auch die Offenheit, Freundlichkeit und Herzlichkeit der Ugander wird mir sehr fehlen. Das Wetter in Uganda spiegelt auf eine gewisse Art und Weise die Stimmung vieler Menschen hier wider. Besonders Stress, Hektik und punktgenaue zeitliche Planung fehlen mir seit meiner Ausreise kein bisschen. Hier lerne ich, das Leben zu genießen, nicht immer alles so eng zu sehen und glücklich zu sein, mit dem was ich habe.

Was schließen wir also daraus? Es deutet alles auf ein klares Unentschieden hin. Deutschland punktet besonders in materiellen Dingen, wie herzhafter Schokolade oder einer warmen Dusche. Uganda hingegen hat besonders Vorteile im Bereich des Zwischenmenschlichen und speziell der gelassenen Umgangsweise der Menschen mit sich selbst und ihrer Umgebung.

Fazit: Das Duell endet 1:1. Für mich persönlich bedeutet das, ich bin unentschlossen, ja hin und hergerissen zwischen den Vorzügen dieser beiden Welten. Ich realisiere immer wieder: alles hat Vor- und Nachteile. Ich möchte am liebsten hier bleiben und zurück reisen. Das ist verrückt! Ich nehme mir von nun an vor, jede Sekunde der restlichen Zeit zu genießen. Und ich darf gar nicht daran denken, wie mir ehemalige Freiwillige erzählten, die zweite Hälfte würde deutlich schneller vorbei gehen, als die erste…

31Januar
2014

Kenia.

Wir (Salome, Aline, Malina, Lisa und ich) wollten eigentlich um 7 Uhr abends losfahren.

1. Problem: Salome und Aline hatten ihre Bustickets nicht bekommen.

2. Problem: Busse in Kenia dürfen nicht mehr über Nacht fahren.

So bekamen wir dann also im Laufe des Tages mitgeteilt, dass unser Bus in Kampala nicht um 7 Uhr abends sondern um 4 Uhr morgens losfährt. Gut, so hatten wir also eine Nacht in Kampala vor uns und dann eine volle Tagesfahrt im Bus. Ein Tag in Nairobi war also verschenkt. Zudem mussten wir trotzdem recht früh nach Kampala aufbrechen, damit Aline und Salome das mit ihrem Ticket noch klären konnten. So machten wir uns also am 25. gegen 6 auf den Weg nach Kampala.

Erste Hürde: Minibus Taxi finden, in dem wir alle + Gepäck Platz haben. Nur fuhren leider am 25ten wenige Minibusse. Zu unserem Glück kam ein Auto kurze Zeit nach dem wir uns an die Straße gestellt hatten. Dieses Auto bot eine große Ladefläche und wir alle fanden genug Platz. Nachdem wir in Kampala angekommen sind und alles wegen dem Ticket geklärt war, haben wir in Kampala ein wenig versucht die Zeit verstreichen zulassen. Gegen 4 Uhr saßen wir dann endlich im Bus.

1. Tag: Den ersten Tag verbrachten wir also im Bus. Nachdem die Grenze überquert war, merkte man schon, dass Kenia um einiges reicher als Uganda ist, die meisten Straßen sind sehr gut und die Gebäude sahen auch gleich anders aus. Gegen 5 Uhr kamen wir dann in Nairobi an. Völlig orientierungslos liefen wir in der riesigen Stadt rum. Wo fanden wir nun ein günstiges Hostel? Keine Ahnung! Nach einigen hoffnungslosen Versuchen ein günstiges Hostel zu finden, lief uns Omo vor die Füße. Omo ist ein deutschsprachiger Kenianer, der in der Tourismusbranche arbeitet. Nachdem er uns also zu einem sehr günstigen und dazu noch gutem Hostel geführt hatte (ins Greton) saßen wir noch mit ihm im Restaurant und er machte uns den Vorschlag am nächsten Tag mit uns eine 3 stündige Safari und einen Ausflug ins Elefanten Waisenhaus zu machen.

2. Tag: Schon gegen Morgen wurden wir von Omo vorm Greton abgeholt. Zuerst machten wir dann den Ausflug in das Elefanten Waisenhaus. Dort wurden die kleinen Elefanten gefüttert und die Geschichten der Waisen wurden uns erzählt. Darauf folgte die "kleine" Safari. Wir haben wirklich fast alle Tiere gesehen. Das war so krass. In nur 3 Stunden haben wir Giraffen, Nashörner, Warzenschweine, Elefanten und einen Löwen mit dicker Mähne gesehen. Für den ganzen Tag verlangte Omo (weil wir ja so arme Volontäre sind) nur 5 € pro Person für seinen Zeitaufwand, wir verbrachten dann den gesamten Tag gemeinsam und waren wirklich sehr froh über diese Begegnung. Omo hat uns wirklich viel geholfen, auch später noch.

3. Tag: Busfahrt nach Mombasa. Wir standen früh auf, kauften uns noch ein paar Snacks für die Fahrt und dann ging es schon früh los auf den Weg von Nairobi nach Mombasa. Wir saßen also im Bus auf unseren Plätzen, bereit für die Fahrt als auf einmal unser guter Omo vor uns Stand. Ganz aus der Puste und erleichtert den Bus noch vor der Abfahrt erreicht zu haben, hat er uns dann noch die Nummer von einem guten Freund aus Mombasa gegeben, der uns auch vom Bus abholen könne, weil es in Kenia in der Dunkelheit ziemlich gefährlich ist. Dann wünschte er uns eine gute Fahrt und wir alle freuten uns schon auf unser Wiedersehen, wenn wir zurück nach Nairobi kommen würden. Am Abend haben wir uns dafür entschieden mit einer deutschen Frau und ihrem Mann mitzufahren, der Mann versprach uns, uns zu einer günstigen und guten Unterkunft in Mombasa zu fahren. Da dachten wir okay, rufen wir den Freund von Omo nicht an. Gut, dann saßen wir im Taxi zur Unterkunft und fuhren und fuhren. Auf Nachfragen wurde uns immer gesagt gleich hier, sind gleich da und so weiter. Nach einer ca. 40 Min Fahrt standen wir dann vor einem Luxushotel. Salome erkundigte sich noch einmal, ob wir hier wirklich nur 1.200 pro Nacht zahlen müssten, die Reaktion: „Jaja.“ Okay, wir also rein in das Hotel. Da sagte man uns 7.000 pro Zimmer. Also 70 statt 12 Euro. Ganz witzig. Die nette Dame an der Anmeldung vermittelte uns dann ein Zimmer in der Nähe und führte uns auch direkt dorthin. Ein wenig gruselig (man konnte die Zimmer von außen abschließen) Aber was soll's, wir hatten endlich - spät in der Nacht - unsere Unterkunft. Und das für 3 Euro pro Nacht.

4. Tag: An diesem Tag ging es für uns weiter zum Watamu Beach. Mal wieder eine lange Fahrt. Aber es hat sich gelohnt. Ein wunderbarer Strand der noch nicht zu sehr von Touristen eingenommen war. Alles war recht italienisch geprägt, die Touristen die dort Urlaub machten waren hauptsächlich Italiener. Sogar die Afrikaner dort begrüßten uns häufig mit einem fröhlichem "Ciao". Dort fanden wir schnell eine superschöne, günstige Unterkunft. Am Abend gingen wir noch zum Strand.

5 Tag: Wir machten uns schon früh auf zum Strand um eine Bootsfahrt zu den Delphinen mit zu machen und danach am Riff zu schnorcheln. Als wir die Delphine dann sahen, sagte man uns, dass wenn wir wollten, wir auch ruhig ins Wasser gehen könnten. Total überrascht und glücklich sprangen wir sofort mit unserer Ausrüstung ins Wasser. Das war eindeutig der beste Tag und das für umgerechnet unter 30 Euro.

Ja, ich merke, ich schweife ziemlich ab. Ich fasse mich nun etwas kürzer. Wir verbrachten dann noch 2 weitere Tage am Strand und feierten Silvester am Indischen Ozean. Mit Lagerfeuer und Massai Kriegern naja und nicht zu vergessen den Italienern. Das war wirklich ein Erlebnis. Dann ging es wieder zurück nach Mombasa, wo wir dieses Mal den Freund von Omo kontaktierten. Dieser half uns dann mit der Unterkunftssuche und wollte noch unbedingt mit uns feiern gehen. Wir waren aber zu kaputt und am nächsten Morgen fuhr auch schon unser Bus zurück nach Nairobi. Dort haben wir uns noch mal mit Omo getroffen, der uns auch geholfen hat die Bustickets von Nairobi nach Kampala zu buchen. Das war nämlich ein kleines Problem. Hat aber zum Glück dank der freundlichen Hilfe ohne weitere Probleme geklappt.

Nun bin Ich wieder hier in Uganda und bin froh, dass ich hier Leben darf. In Kenia ist der Tourismus wirklich recht stark dort fühlt man sich irgendwie seltsam. Wenn wir hier unterwegs sind, haben wir meist das Gefühl die einzigen Deutschen im ganzen Land zu sein. Die Ugander nehmen uns auch als Mitbürger an und sehen uns hier nicht als Touris. Das finde ich besonders schön.

 

Viele Liebe Grüße

11Januar
2014

Endlich 21!

Geburtstag.

Am 21.12 sind wir (die Mädels aus meinem Zimmer und ich) nach Kampala aufgebrochen. Dort sind wir dann erst einmal ins Café Javas gegangen. Wir haben uns ein ordentliches Essen geleistet. Burger und Pommes, Fruchtsalat und drei Kugel Eis für umgerechnet ca. 6 Euro. Danach sind wir ins Kino. Was kam? Der Hobbit 3D. Also ein klasse Start in einen wundervollen Abend. Nach dem Kino so ca. zwischen 9 und 10 Uhr sind wir dann zum Hostel aufgebrochen. Dort sagte man uns, dass die gebuchten Betten im Dormitory schon besetzt seien, dass wir aber 2 Doppelzimmer zum gleichen Preis bekommen könnten - umso besser. Dann haben wir nachgefragt , ob es denn okay sei , wenn wir in der Nacht wieder kommen, weil wir in den Cayenne Club wollten. „Kein Problem!“, teilte man uns mit und bot uns sofort an, dass der hauseigene Fahrer uns fährt und uns zur gewünschten Zeit auch wieder abholt! Perfekt! Die Bodabodafahrt haben wir uns also gespart, was auch sehr von Vorteil ist, da viele Bodabodafahrer, gerade bei Nacht, oft 'ne starke Fahne haben, weil sie während der Arbeit trinken. Dazu war dies nun zu unserem Glück auch noch eine Fahrt in einem normalen Auto, das war schön! Und die Party wurde wild. Das Publikum machte der afrikanischen Tanzkultur bis in die frühen Morgenstunden alle Ehre. Dort haben wir dann wirklich ordentlich meinen Geburtstag zelebriert: getanzt, gegessen, getrunken und Shisha geraucht. Später haben wir dann erfahren, dass wir gar nicht im Cayenne sind sondern im Alfredos waren. Was soll‘s - nächstes Mal geht es dann ins Cayenne. Wieder im Red Chili (Hostel) angekommen sind wir alle unglaublich müde ins Bett gefallen. Schon um 8 Uhr waren wir wieder auf den Beinen und dann wurden noch mal alle möglichen Geburtstagslieder ausgepackt. Frühstück gab es dann am Pool, wo wir uns schon gegen 9 Uhr eincremen mussten, weil die Sonne einfach extrem war. Nach dem Frühstück sind wir wieder nach Hause aufgebrochen. So eine anstrengende Fahrt hab ich noch nicht erlebt. Wir saßen mit ca. 20 Leuten in einem 14-Mann Taxi und es war einfach unglaublich heiß und stickig (gefühlt der heißeste Tag des Jahres) und mittendrin wir mit unserem Kater. Der Fahrer hat natürlich auch kein Schlagloch ausgelassen, was zugegeben auch schwer ist auf den " Straßen" hier. So saßen wir dicht aneinander gequetscht, schwitzend zusammen. Zwischendurch war ich mir nicht sicher, ob ich nicht gleich in meinem Sitz versacke. Ich bin dann aber doch - mehr oder weniger gut - bei Vision angekommen. Dort wurde ich natürlich nicht vom Ritual verschont Wasser übergekippt zu bekommen, was genau zur richtigen Zeit kam, weil ich einfach verdammt erschöpft war. Da tat die kalte Dusche wirklich gut! Im Anschluss bin ich die nassen Klamotten losgeworden und zu meiner lieben Malina (von ihr kam auch die kalte Dusche, Danke dafür!) gegangen, die mich dann in den Gemeinschaftsraum geführt hat. Dort warteten dann alle meine Lieben auf mich und sangen wieder alle möglichen Geburtstagslieder, sogar mit Ukulele! Auch an selbstgebackenen Muffins hat es nicht gemangelt.    Gegen 16 Uhr kam dann ein kleiner Regenschauer, der die Temperatur zumindest ein wenig runterkühlte. Wir tanzten dann noch ein wenig im Regen und ließen es uns gut gehen. Später wurde zur Feier des Tages dann noch ein Kuchen gebracht, der natürlich auch gegessen werden musste. Am Abend haben wir  Pizza gebacken und in kleiner Runde einen DVD Abend gemacht.
Wie ihr hört, hatte ich wirklich einen wunderbaren 21. Geburtstag! Ich muss sagen, ich hatte ein wenig bedenken, aber ich bin wirklich froh, dass ich meinen Geburtstag hier feiern durfte. Es war wunderbar! Das erste Mal Geburtstag bei über 30 Grad feiern. Verrückt. An dieser Stelle auch ein großes DANKE für die Glückwünsche, die Urlaubsspenden und die Pakete.

Weihnachten!
Heiligabend.. Da sitzen wir für gewöhnlich gemütlich mit der Familie zusammen vor dem buntgeschmückten Tannenbaum und warten nur darauf, dass der Mann mit dem weißen Bart und dem roten Mantel durch den Schnee gestapft kommt und uns reich beschenkt. Ein ganz normales Weihnachten eben.
Aber wie sieht das eigentlich in Afrika aus? Genauer gesagt, feiern die Menschen in Uganda überhaupt Weihnachten? Gibt es Geschenke und wenn ja, liegen die dann unter dem Tannenbaum? Und was ist mit der „ach so besinnlichen“ Vorweihnachtszeit und gibt es hier auch so vielen funktionslosen Weihnachts-Krimskrams? Die erste und wichtigste Antwort lautet zu allererst einmal: Ja, auch hier in Uganda feiert man Weihnachten. Da die Bevölkerung Ugandas zu über 80% aus Christen (Katholiken und Protestanten) besteht, feiern auch hierzulande die meisten Menschen dieses Fest. Allerdings gibt es ein paar Unterschiede. Während wir in Deutschland zumeist am 24. Dezember Heiligabend feiern, beginnt das Weihnachtsfest für die Ugander erst am 25. Dezember. Wenn es soweit ist, dann geht die ganze Familie in die Kirche, singt und tanzt dort. Anschließend sitzt man zu Hause gemütlich beisammen. Dazu gibt es natürlich jede Menge Essen. Meist wird extra ein Huhn, eine Ziege oder eine Kuh zubereitet, manchmal sogar alles zusammen. Das gemeinsame Essen spielt eine sehr große Rolle für den Ugander. Eine viel bedeutendere Rolle als zum Beispiel die Vergabe von Geschenken. Oft gibt es hier gar keine Geschenke und wenn, dann sind es Kleinigkeiten. Genauso wenig gibt es unnötige Dekorationen oder gar Lichterketten. Natürlich sollte man dabei beachten, dass hierbei ein großer Unterschied zwischen Land und Stadt besteht. In der Hauptstadt Kampala könnte man zeitweise vergessen, dass man in Uganda unterwegs ist. Was die Weihnachtsmüllindustrie betrifft, ist es nicht annähernd so extrem wie in Europa, aber es wird zusehends mehr. In den großen Shopping-Centern blinken die bunten Lichterketten und kleine Weihnachtsmänner schauen einen aus den Schaufenstern an, während auf der Straße vor der Tür lauter Straßenverkäufer mit kleinen Plastiktannenbäumen bewaffnet sind, um haltende Autofahrer zum Kauf eben dieser zu überreden. Im Dorf hingegen gibt es eigentlich so gut wie keine Tannenbäume. Eine Adventszeit mit Adventskranz oder Adventskalender kennt hier außerdem niemand, geschweige denn Plätzchen. Darüber hinaus gibt es auch keinen Weihnachtsmann, was vielleicht daran liegt, dass er mit seinem Schlitten bei diesen sonnigen Wetterverhältnissen ernsthafte Transportschwierigkeiten bekommen würde. Man weiß es nicht. Auf jeden Fall macht es den Eindruck, als wenn der ganze Vorweihnachtsstress und die Aufregung noch nicht bis in die traditionelleren Ecken Ugandas vorgedrungen sind.

Wir haben hier nicht ganz so europäisch gefeiert. . Wir haben eine kleine Poolparty veranstaltet und richtig gut gegessen
unsere Jungs haben 3 Truthähne geschlachtet und den ganzen Tag über gegrillt und verschiedene kleine Grüppchen haben noch anderes essen gemacht.
Da hatten wir also ein richtiges Festmahl. Am Ende saßen wir dann noch am Lagerfeuer und haben ein bisschen geplaudert bis in den nächsten Morgen. Also auch nicht wirklich Ugandisch.. hier feiert man erst ab dem 25. Dann aber ordentlich. Wir feierten am 25. nicht mehr. Dort fing bei uns der Stress an. ..Kenia. Dazu im nächsten Eintrag mehr.
viele Liebe Grüße

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